Ein Loblied auf die Europäische Union, den Schengenraum, alle Abkommen die den Reisendenverkehr, die Basis der Arbeitsteilung und den Handel bilden.
Leicht verkatert nach einem Pubabend, galt es bis Mittag im Kibbuz zu bleiben, um pünktlich 13:00 Uhr am Zollübergang Israel / Jordanien mit dem heute zu feiernden 76 Jahrestag der Unabhängigkeit zu sein. (… das ist die Ausgangslage des Tagesberichts.)
Sämtliche Orientracer setzen ihre letzten israelischen Schekel um, und wir verlassen das Land für die geplanten Wüstenetappen. Andreas nutzt die Gunst der Stunde und geht ein letztes Mal schwimmen, der Rest unterhält sich mit örtlichen Fischern und geniesst den schönen Kibbuz En Gedi.
Nach nur kurzer Fahrt (die sich glücklicherweise nicht nach den Wegangaben des Roadbook gerichtet hat) gehen wir über den Jordan und damit der Landesgrenze.
Der Deutsche an sich ist ein Schlangentier, ihm macht es nichts aus in einer Reihe am Schalter zu stehen. Gerne auch zwischendurch an einem anderen Schalter oder einem Dritten anzustehen. „1, 2 oder 3! letzte Chance vorbei, ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr wenn das Licht angeht.“
Bei uns blieb das bestätigende „Ihr dürft passieren Licht“ aus. Das berühmte Formular A38 war nicht vorhanden. In unserem Fall das Papier, welches die Einreise unserer Autos belegt. (…hier verweise ich auf die ebenfalls nicht glanzvolle Leistung der Zöllner in Haifa an Tag 12 => Absatz ,beschissenster Job der Welt‘
Nach langen Diskussionen über Visa, Belegen zu Verzollungsgebühren und fehlenden Dokumenten, wird einfach ein provisorisch erstellter Israel Führerausweis (dessen Sinn niemand verstanden hat) interessant. Dieser wird einfach als „Nachweis“ umfunktioniert. Zwischendurch gab es noch zwischen Teilnehmern der Reisegruppe und dem OK ein paar rote Köpfe wegen ein paar Zollgebühren. Scheinbar kennen sie die Spielregeln von 1, 2 oder 3 nicht.
Recht zügig geht es an dann durch die Passkontrolle, dem Duty free Bereich, den nächsten Fallbäumen (den gefühlten 24 Zetteln, die immer bestimmte Türen öffnen => wie bei Mario Brother um ins „next level“ zu gelangen) des israelischen Zollbereich in den jordanischen Zollbereich.

Fehler 1: anscheinend erwartet man uns am Folgetag. Am Feiertag ist die Arbeitsmotivation eher gering, vor allem bei einer nicht enden wollenden Blechlawine.
Fehler 2: Funkgeräte in den Autos. Die israelische jordanischen Beziehungen sind, sagen wir mal so, etwas belastet. Alles was militärisch genutzt werden kann, wird (nach langer Suche und mit zusätzlich auftauchendem Personal) konfisziert.
Fehler 3: ein Autohalter für drei Fahrzeuge, scheinbar undenkbar in Jordanien, in nur drei zusätzlichen Stunden werden drei handgeschriebene Vollmachten ausgestellt, Kosten ca. 30€ in die Taschen des Zöllner
Fehler 4: alles israelische dabei haben (Fahrer, Auto, Fahnen, etc.)
Fehler 5: eine Nationalität haben (z.B. Deutscher sein) und das Auto in einem anderen Land angemeldet haben (z.B. Schweiz, da man dort wohnt)
Fehler 6: anficken des Zollamtschefs, Husam (Orgateam Jordanien) gehen nach 7-8 Std die Nerven durch, Burhan (Orgateam Türkei) muss auch noch rumhampeln => plus zwei Stunden
Lustige Szenen schliessen sich an, nachdem ein kleiner deutscher Zollschalter zwischen den jordanischen Stempelbuden 2 und 3 eröffnet wurde, um Pässe und Kennzeichen zu erfassen (ohne das es der Zoll jemals bräuchte) wird’s gemütlich. Die Truppe ist für Camping ausgerüstet, fängt an zu kochen, Karten zu spielen und sich für die Nacht langsam vorzubereiten. Das gefiel wohl nicht, weshalb nach nur 9 Std die Reise weiterging.



Nur zwei Stunden über abenteuerlichen Strassen später erreichen wir unser Hotel in Amman. Dort hat die Küche noch bis zwei Uhr offen (der Küchenchef stellt sich persönlich vor) und für das Feierabendbier wird ein Bote zum Supermarkt entsandt.
Frisch geduscht, geht es um drei ins Bett, nachdem wir die zwei Gesichter Jordaniens kennengelernt haben. (angepisste Zöllner / gastfreundliche Gastgeber)